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Baustellentagebuch Bad, Teil 5: Warum wir im Bad mit Holz bauen

13. August 2026
Vorsatzschale aus Kantholz vor einer freigelegten Bestandswand im Badezimmer, mit eingebauten Riegeln und verlegten Leitungen

Wenn ein Handwerker in einem Badezimmer eine Wand aus Holz baut, ist das entweder ein Fehler oder eine Entscheidung. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht — und würden sie wieder so treffen.

In Teil 4 stand nur noch eine Fläche offen: die alte Wand gegenüber der Fensterseite. Vierzig Zentimeter dick, freigelegt bis auf den Untergrund.

Warum diese Wand nichts mehr bekommt

Freigelegte Bestandswand aus Bruchstein mit abgeschlagenem Putz, daneben die bereits gefliesten Flächen

Die Wand wird nicht verputzt und nicht gedämmt. Auch das ist eine Entscheidung.

Vierzig Zentimeter Bestandsmauerwerk sind bereits eine erhebliche Masse. Sie speichert Wärme, sie puffert Feuchte, und sie hat das seit über hundert Jahren getan. Eine Innendämmung würde diese Masse vom Raum abkoppeln — und in einem Bad, also im feuchtesten Raum des Hauses, ist eine Innendämmung an einer massiven Außenwand bauphysikalisch nichts, was man nebenbei macht.

Also lassen wir sie in Ruhe und stellen etwas davor.

Warum kein Metallständerwerk

Der Normalfall wäre CW- und UW-Profil. Wir haben Kantholz genommen, 60 × 40 mm. Drei Gründe:

Der älteste Teil des Hauses arbeitet noch. Diese Wand bewegt sich mit Temperatur und Jahreszeit, wie sie es immer getan hat. Holz nimmt solche Bewegungen anders auf als ein Metallprofil, das an genau zwei Punkten verschraubt ist.

Luftfeuchtigkeit allein reicht, um Metall anzugreifen. Es braucht kein tropfendes Wasser. Ein Bad hat über Jahre täglich Feuchtespitzen, und was verzinkt ist, bleibt nicht ewig verzinkt — schon gar nicht an Schnittkanten und Bohrlöchern.

Schrauben halten in Holz besser. Das ist der praktische Grund, und in diesem Fall der wichtigste. An diese Wand kommt Gewicht: Wandarmaturen, eine Kopfbrause, die Glaselemente der Walk-in-Dusche — und dazu das Eigengewicht des Aufbaus selbst. Allein die Zementplatte wiegt 16 Kilogramm pro Quadratmeter, Fliesen und Kleber kommen obendrauf. Eine Schraube in 60 × 40 mm Vollholz hält das anders als eine Schraube im Blech eines CW-Profils.

Ausrichten der Holzständer vor der unebenen Bestandswand

Der Einwand, den jeder Fachmann bringt

Holz im Nassbereich. Kann das gutgehen?

Die ehrliche Antwort: Nicht, wenn man es falsch macht. Deshalb der Aufbau, von hinten nach vorne:

  1. Luftspalt zur Bestandswand. Die Konstruktion steht frei davor und bleibt hinterlüftet. Feuchtigkeit aus dem alten Mauerwerk kommt nicht an das Holz, weil dazwischen Luft ist.
  2. Kantholz 60 × 40 mm, ausgerichtet vor einer Wand, die nirgends lotrecht und nirgends eben ist.
  3. Folie um die gesamte Konstruktion. Das Holz liegt nirgends offen.
  4. OSB/3, 12 mm als Beplankung — die OSB-Klasse für Feuchtebereiche.
  5. Erste Wasserbarriere zwischen OSB und Zementplatte.
  6. Knauf Aquapanel Cement Board Outdoor 12,5 über Meier Baustoffe in Lauf.
  7. Zweite Wasserbarriere: die team-tec Verbundabdichtung, wie im gesamten übrigen Bad.
  8. Darauf Fliesenkleber und Fliese.

Drei geschlossene Ebenen liegen zwischen dem Holz und allem, was jemals nass wird.

Warum die Außenplatte, nicht die Innenplatte

Knauf führt das Aquapanel Cement Board auch als Indoor-Variante, ausdrücklich als Fliesenträger für Nass- und Feuchträume. Wir haben trotzdem die Outdoor-Platte verbaut.

Sie besteht aus Portlandzement mit Zuschlagstoffen und ist beidseitig mit Glasgittergewebe armiert. Sie ist witterungs- und wasserbeständig, schlagfest und nicht brennbar. Gedacht ist sie für Fassaden, die tatsächlich im Regen stehen.

Und hier kommt der Punkt, der den ganzen Einwand von oben entkräftet: Der Hersteller lässt diese Platte ausdrücklich für den Holzrahmen- und Ständerbau zu — in vorgehängten hinterlüfteten Fassaden.

Wir haben also nichts erfunden. Wir haben eine Konstruktion, die draußen bei Regen, Frost und Sonne als Regelbauweise gilt, nach innen geholt, wo es deutlich milder ist. Ein Badezimmer ist gegen eine Wetterfassade eine geschützte Umgebung.

Was die Konstruktion sonst noch leistet

Wasserwaage beim Ausgleichen der Holzkonstruktion vor dem unebenen Bestandsmauerwerk

Eine Vorsatzschale löst hier drei Probleme auf einmal.

Sie gleicht den Bestand aus. Die alte Wand ist weder eben noch lotrecht — bei 60 × 120 großen Fliesen ist das keine Kleinigkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass später überhaupt etwas passt.

Sie nimmt die Installation auf. Zu- und Ableitungen laufen im Gefach, ohne dass in vierzig Zentimeter Bruchstein geschlitzt werden muss. Ein historisches Mauerwerk aufzuschlitzen ist Arbeit, Staub und Risiko — und man bekommt es nie wieder so zusammen, wie es war.

Sie schafft die Befestigungsebene. Wo später eine Armatur oder ein Glaselement sitzt, liegt jetzt schon ein Riegel.

Mischbatterie der Walk-in-Dusche, montiert auf einem Riegel der Holzkonstruktion

Genau das sieht man an der Mischbatterie: Sie sitzt nicht irgendwo, sondern auf einem Riegel, der für sie eingebaut wurde. Nach dem Verfliesen ist diese Position endgültig.

Was daraus wird

Links entsteht der Bereich für die Badewanne, rechts eine Walk-in-Dusche. Beides an derselben Wand, beides getragen von derselben Konstruktion.

In den nächsten Tagen werden die Anschlüsse fertiggestellt, danach wird geschlossen, abgedichtet und gefliest. Und dann kommt die bodengleiche Dusche mit der Blanke DIBA-LINE, die mit 54 Millimetern Einbauhöhe auskommt.

Wir zeigen es, wenn es steht. Nicht früher.


Sie sanieren ein Bad im Bestand — im Nürnberger Land, Raum Nürnberg, Lauf, Hersbruck, Bamberg oder Bayreuth? Bei alten Wänden entscheidet der Aufbau davor über das Ergebnis. Wir erklären Ihnen vorher, warum wir welchen wählen. Sprechen Sie uns an.

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