Ein Bad ist das ehrlichste Gewerk im ganzen Haus. Alles, was man beim Untergrund falsch macht, sieht man später — spätestens dann, wenn es zu spät ist. Deshalb fangen wir dieses Baustellentagebuch nicht bei der ersten Fliese an, sondern zwei Arbeitsschritte davor.
Wir sanieren gerade ein komplettes Bad im Nürnberger Land. Der Boden liegt, die Wände sind vorbereitet, die erste Wandfliese ist gesetzt. Ein guter Moment, um zu zeigen, was bis hierher passiert ist — und warum die Reihenfolge dabei nicht verhandelbar ist.
Bestandsaufnahme: raus, was raus muss
Am Anfang steht immer die Frage, wie tief man gehen muss. Alte Fliesen, alte Kleberreste, Untergründe, die über Jahrzehnte gearbeitet haben: Wer hier zu früh aufhört, baut sein Problem einfach mit ein.
Wir haben den Untergrund freigelegt, geprüft und dort saniert, wo er es gebraucht hat. Erst wenn er tragfähig, sauber und ebenflächig ist, darf der nächste Schritt kommen. Nicht vorher.
Der wichtigste Arbeitsschritt ist der, den später keiner sieht

Im Bad ist Wasser kein Gast, sondern Dauerbewohner. Genau deshalb kommt vor jeder Fliese die Verbundabdichtung — bei uns mit dem System von team-tec, bezogen über unseren Partner Fliesen Fischer. Von dort stammen auch die Fliesen für dieses Projekt.
Warum das kein Detail für Feinschmecker ist: Fliese und Fuge sind nicht wasserdicht. Zementäre Fugen nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie weiter. Was die Konstruktion dahinter schützt, ist ausschließlich die Abdichtungsebene darunter. Fehlt sie oder ist sie unsauber ausgeführt, wandert Feuchtigkeit in Estrich und Wandaufbau — und der Schaden zeigt sich nicht nach zwei Wochen, sondern nach zwei Jahren.
Entscheidend sind dabei nicht die Flächen. Entscheidend sind die Übergänge:
- Ecken und Anschlüsse werden mit Dichtbändern ausgeführt, nicht einfach überstrichen.
- Wand-Boden-Anschlüsse sind der klassische Schwachpunkt und bekommen entsprechend Aufmerksamkeit.
- Rohrdurchführungen werden mit Dichtmanschetten eingebunden — jede Durchdringung ist ein Loch in der Abdichtungsebene, und jedes dieser Löcher muss wieder geschlossen werden.
- Türlaibungen und Fensteranschlüsse enden nicht dort, wo die Rolle leer ist, sondern dort, wo die Feuchtebelastung endet.
Wer bei uns durchs Bad geht, sieht in dieser Phase blaue Wände mit dem team-tec Aufdruck. Was er nicht sieht: dass unter jedem schwarzen Streifen an den Ecken eine Entscheidung steckt.
Achsen, Fugenbild, Schnittkanten — der Plan vor dem Kleber
Wenn der Untergrund steht, wird nicht geklebt, sondern geplant. Bei großformatigen Fliesen entscheidet sich die Optik eines Bades in genau diesem Moment.
Die Fragen sind immer dieselben:
- Wo liegt die Hauptachse? Meistens gibt der Blick von der Tür sie vor — nicht die Wand, an der man zufällig anfängt.
- Wo landen die Randstücke? Ein Bad, das links mit 58 cm anfängt und rechts mit 4 cm aufhört, ist handwerklich nicht falsch — aber es sieht falsch aus.
- Wo laufen Boden- und Wandfugen zusammen? Ein durchlaufendes Fugenbild ist kein Zufall, sondern Rechenarbeit.
- Wo sitzen Ablauf, Armaturen, Revisionsöffnung? Die Technik bestimmt mit, wo die Fliese geschnitten werden darf — und wo nicht.
Wir rechnen das durch, bevor der erste Sack Kleber offen ist. Genau dafür haben wir uns übrigens auch ein eigenes Werkzeug gebaut, dazu gleich mehr.
Verlegen: Vollbett, Nivelliersystem, Geduld
Großformat verzeiht nichts. Deshalb: Kleber im Buttering-Floating-Verfahren, damit unter der Fliese wirklich Vollbett steht und keine Hohllagen bleiben — Hohlstellen sind bei Bodenfliesen die häufigste Ursache für Kantenabplatzer und Risse Jahre später.
Dazu das Nivelliersystem, das man auf den Bildern in Rot und Weiß über die ganze Fläche sieht. Es sorgt dafür, dass benachbarte Fliesen exakt auf einer Höhe stehen, solange der Kleber zieht. Kein Überzahn, keine Stolperkante, keine Stelle, an der sich später Wasser sammelt.
Und ja: Das ist Aufwand. Man setzt Laschen, man setzt Keile, man kontrolliert mit der Wasserwaage, man schlägt mit dem Gummihammer nach — Fliese für Fliese. Der Unterschied zwischen „liegt” und „liegt richtig” ist genau dieser Aufwand.
Kleiner Exkurs: unser Verlegeplaner
Weil wir diese Achsen- und Schnittrechnerei bei jedem Projekt machen, haben wir sie irgendwann in ein Werkzeug gegossen: den A+S Verlegeplaner.
Raum nachzeichnen oder über die Maße anlegen, Verband und Fliesenformat wählen, Fugenbreite einstellen — heraus kommt ein sauberer Verlegeplan mit Schnittliste und Mengen. Kostenlos, ohne Konto, komplett im Browser. Der importierte Grundriss bleibt dabei auf dem eigenen Gerät; hochgeladen wird nichts.
Wir haben ihn für uns gebaut, weil uns nichts auf dem Markt überzeugt hat. Dass er jetzt online steht und jeder ihn nutzen kann, ist die logische Fortsetzung derselben Haltung, die auch hinter unserer Manufaktur steckt: Wenn das Werkzeug nicht passt, bauen wir es selbst.
So weit sind wir
Der Boden liegt. Die Abdichtung sitzt. Die Wände sind vorbereitet, und die ersten Wandfliesen sind gesetzt.
Damit ist der unsichtbare Teil dieser Sanierung im Wesentlichen abgeschlossen — und ab jetzt wird das Bad zum ersten Mal so aussehen, wie es später aussehen soll.
Teil 2 folgt
Im zweiten Teil geht es um die Wand: Höhenverteilung und Anfangsreihe, das Zusammenspiel von Boden- und Wandfugen, Ausschnitte für Armaturen und Steckdosen, Innen- und Außenecken — und am Ende Verfugen und Silikon.
Und dann zeigen wir das Ergebnis. Nicht früher.
Sie planen eine Badsanierung im Nürnberger Land — Raum Nürnberg, Lauf, Hersbruck, Bamberg oder Bayreuth? Wir übernehmen das komplette Bad aus einer Hand: Rückbau, Untergrund, Verbundabdichtung, Fliesen, Sanitär und auf Wunsch gleich die Elektrik und Smart-Home-Technik dazu. Sprechen Sie uns an.